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Röhrigs völlig verkorkster Sommer

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Von: Tobias Konrad

Weiß, wo das Tor steht: Marc Röhrig traf im ersten Spiel nach der Rückkehr. Foto: Memento36
Marc Röhrig im Trikot des SV Buchonia Flieden – seit seiner Rückkehr noch keine Liebesgeschichte. © Memento36

Marc Röhrig hat wahrlich schon schönere Sommer erlebt. Nicht das sonnige Wetter drückt dem 29-Jährigen aufs Gemüt, vielmehr die Verletzungsmisere inklusive eines verpassten Meistertitels.

Nach zwei Jahren als Spielertrainer des TSV Rothemann hat Röhrig vor wenigen Monaten den Weg zurück ins Königreich gewählt. Von Januar 2018 an schnürte er für zweieinhalb Spielzeiten die Schuhe für den SV Buchonia Flieden. Zu seinem neuen, alten Verein hätte er sich nur zu gerne mit einem Meistertitel verabschiedet, im Zweikampf mit der TSG Lütter zog Rothemann aber den Kürzeren und musste dem Nachbarn zum Kreisoberliga-Süd-Titel gratulieren.

Röhrig kennt das Gefühl und hat wenig Hoffnung

Für den Offensivspieler öffnete sich schließlich ein neues Kapitel. Nach dem Abstieg aus der Hessenliga will Flieden eine Rolle weit oben in der Tabelle einnehmen, der Saisonstart mit zwei Siegen gegen Sand und Wabern verlief optimal. Also alles bestens bei Röhrig und Co.? Mitnichten. Stammkräfte wie Fabian Schaub und Christian Kress fallen schon längere Zeit aus und werden erst im neuen Jahr wieder zur Verfügung stehen – und gleiches Schicksal ereilt nun mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Röhrig.

Beim 1:0 in Wabern am Wochenende musste der 29-Jährige einen weiteren Nackenschlag einstecken. In einem Zweikampf rund zehn Minuten vor Schluss blieb er mit dem Knie im Boden hängen. Sofortiger Schmerz und kurze Behandlungspause, ehe er wieder auf den Rasen eilte. Die Buchonia konnte nicht mehr wechseln, entsprechend quälte er sich bis zum Schlusspfiff. „Aber irgendwie hab ich sofort gemerkt, dass etwas nicht passt. Dass ist noch mal drauf bin, war total sinnlos von mir“, sagt Röhrig einige Tage später. Einem Vorwurf an den Gegenspieler gibt‘s nicht, alles sei fair abgelaufen.

Fliedens Vorbereitung mit Brummschädel, Tritt und Zerrung

Ein MRT-Termin folgt in dieser Woche noch, die ersten Vermutungen lassen aber nichts Gutes erahnen. Meniskus und Innenband sollen betroffen sein. Röhrig kann ziemlich gut abschätzen, wenn in seinen Beinen Dinge nicht so funktionieren, wie sie sollen. Zwei schwere Verletzungspausen – 2015 und 2017 war er lange außer Gefecht mit Meniskus-, Knorpel- und Kreuzbandproblemen – hat er hinter sich. Jeweils das linke Knie war betroffen, nun ist es das rechte. „Es ist zum heulen, weil es halt das noch gesunde Knie ist. Vom Gefühl her ist es wie vor einigen Jahren. Die Hoffnung ist entsprechend gering, dass es glimpflich ausgeht. Ich kann das Bein kaum durchstrecken und nur mit Krüken laufen. Sollte was kaputt sein, muss schnell eine Operation her.“

Für Röhrig macht die neuerliche Verletzung den Deckel drauf auf einen verkorksten Sommer. Seit seiner Rückkehr nach Flieden sucht ihn die Seuche heim. Erst musste er nach einer Bekanntschaft mit dem Ellenbogen eines Schlüchterner Spielers mit einem Brummschädel ins Krankenhaus, dann bekam er in Künzell einen heftigen Tritt ab und schließlich zerrte er sich gegen die Barockstadt den Oberschenkel. Nur logisch, dass der 29-Jährige auf ein verletzungsfreies 2023 hofft. „Vielleicht liegt es in der Familie, meine Mutter hatte auch drei Mal das Knie kaputt.“

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