Wird das was? Fragt sich Vasyl Kosovan hier noch. Aber wahrscheinlich weiß er es! Sein Freistoß passt, er feiert mit dem CR7-Jubel. Foto: Kevin Kremer
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Wird das was? Fragt sich Vasyl Kosovan hier noch. Aber wahrscheinlich weiß er es! Sein Freistoß passt, er feiert mit dem CR7-Jubel.

Gestatten, Vasyl Kosovan

Da muss sich selbst erst einmal der Ehrenberger Stadionsprecher an den neuen Stürmer gewöhnen. Denn als der am Sonntag das erste Mal traf, vergeigte Ulrich Herbert die Ansage.

Das Tor schrieb der Stadionsprecher Kapitän Felix Beck zu. Obwohl er bei dem traumhaften Freistoß freie Sicht genoss. Aus 26 Metern ballerte Vasyl Kosovan das Leder unhaltbar ins rechte Eck. Mit toller Schusstechnik. Warum Herbert versehentlich Beck sagte? Wahrscheinlich weil eben Beck bislang für fast jede Standard der SGE zuständig war.

Aber wer ist dieser Vasyl Kosovan? In der Ukraine geboren, kam er als Zweijähriger nach Norditalien und besitzt die italienische Staatsbürgerschaft. Nach Stationen in der ukrainischen zweiten Liga und der italienischen vierten Liga, schlug er vor einiger Zeit in Osthessen auf. Erst in Haunetal, wo es aber nicht zu einem Engagement kam. Udo Wischniewski aus dem SGE-Führungsteam lernte Kosovan ganz zufällig kennen, machte ihm Ehrenberg schmackhaft, kümmerte sich um Job und Wohnung und darf sich nach dessen erstem Startelfeinsatz bestätigt fühlen. Manch ein Ehrenberger fühlte sich gar schon ob der osteuropäischen Wurzeln an den Ehrenberger Nationalhelden Igor Jaljaev erinnert. Aber bis es so weit ist, muss Kosovan seine starke Leistung bestätigen. Zwei gute Chancen hatte er noch, beide vergab er. Und außerdem fehlt Kosovan das „r“ im Namen, das die Ehrenberger bei ihrem Igor immer so schön rollten.

Sein Trainer Sebastian Vollmar bezeichnete Kosovans Debüt als gelungen, die Leistung seiner Mannen beim bitteren 1:2 im Schlussakkord gegen Bad Soden sowieso. Und doch war er ob des späten Ergebnisses enttäuscht. „Irgendwann sind diese Standards nicht mehr zu verteidigen gewesen“, spielte er auf das 1:2 in der 90. Minute an. Gut und gerne ein Dutzend Ecken hatte Bad Soden nach der Pause zu verzeichnen. Jede trat Christian Pospischil und jede war brandgefährlich. Gerade der zur Pause gekommene Jan-Niklas Rintelmann hatte mehrfach einen Treffer auf dem Kopf. Zweimal rettete das Aluminium die Rhöner.

Ehlert selbst erschrocken

Rintelmann war zwar nicht ursächlich für die Leistungssteigerung der „Sprudelkicker“, aber zumindest seine Hereinnahme in der Pause änderte das Spiel grundlegend. Er rückte in die Innenverteidigung, Simon Huhn dafür auf die Sechs, die er fortan gemeinsam mit Christoph Neiter spielte. Einziger Spielmacher war nun Pospischil und das gewohnte 4-2-3-1 zurück. Zuvor schlug das Experiment 4-1-4-1 mit Illir Memeti neben Pospischil in der Schaltzentrale fehl. „Wir wollten extrem pressen, den Gegner zu Fehlern zwingen. Das haben wir gegen echt gute Ehrenberger gar nicht hinbekommen“, legte Soden-Trainer Anton Römmich den Finger in die Wunde. Stören sollte ihn das nicht mehr, genauso wenig wie die Sportliche Leitung um Sead Mehic und Wladimir Römmich. Beide strahlten nach dem Spiel um die Wette.

Nicht so Lukas Ehlert, der flog vom Platz. Gegen Beck kam er in irrem Tempo zu spät. Er selbst war niedergeschlagen, wirkte über die Intensität erschrocken und war nach dem Foulspiel der erste bei Beck, um sich über den Zustand zu erkunden. Den erklärte Beck gestern selbst. „Ich denke und hoffe, dass nichts im Sprunggelenk beschädigt ist, aber ich warte einfach die Entwicklung der nächsten Tage ab.“ Ehlert wird das gerne hören, er hatte sich nach dem Spiel entschuldigt.

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