Florian Dinkel (links, im Duell mit Willingens Sebastian Müller) sammelt schon wieder Minuten in der Verbandsliga. Foto: Julian Belz
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Florian Dinkel (links, im Duell mit Willingens Sebastian Müller) sammelt schon wieder Minuten in der Verbandsliga.

Herz über Verstand

Florian Dinkel ist zurück. Zurück auf dem Rasen für Verbandsligist SG Ehrenberg. Vor fast elf Monaten hätte das wohl niemand für möglich gehalten, selbst ein Ende seiner Laufbahn musste in Betracht gezogen werden. Doch nicht mit dem 21-Jährigen.

Beim Blick zurück dürfte es dem einen oder anderen noch heute kalt den Rücken runter laufen. Nicht wegen der O-Beine, die Dinkel prägten und ihm zu schaffen machten. Sondern wegen zweier schwerwiegender Operationen. Erst wurde Anfang Dezember des vergangenen Jahres das linke Schienbein und Oberschenkel gebrochen, aufgeschnitten und mit Platten und Winkel fixiert. Im Mai diesen Jahres folgte die gleiche Prozedur beim rechten Bein. Für den Youngster waren es Eingriffe ohne Alternative, Folgeschäden waren programmiert. Einhergehend mit den OPs wanderten die Fußballschuhe an den Nagel. Eigentlich.

Doch Dinkel kann nicht ohne Fußball. Für 13 Minuten durfte der Außenverteidiger am Sonntag gegen Weidenhausen ran, eine Woche zuvor deren fünf in Lichtenau. Dass er rund elf Monate nach dem ersten Eingriff wieder in der Verbandsliga kickt, kommt selbst für ihn überraschend. Der Heilungsprozess beim gebürtigen Bischofsheimer verlief nahezu perfekt, so dass er seit sechs, sieben Wochen wieder trainieren kann. Doch warum hat er die Pläne des Laufbahnendes in die Schublade gelegt? „Es tut weh, nichts mit dem Fußball zu tun zu haben. Und in Ehrenberg macht es eben unglaubliche Lust. Das Problem ist der Kopf, der sagt, dass man es normalerweise nicht machen soll. Doch der Wille bei mir ist viel zu groß und setzt den Verstand manchmal aus.“

Das anfängliche Zwicken nach dem Re-Start ist mittlerweile verflogen, anhaltende Schmerzen habe er nicht. Nur an den Stellen, wo die Platte sitzt, spüre er teilweise ein leichtes Stechen. Doch selbst das sollte bald nicht mehr vorhanden sein, einer letzten OP muss sich der Defensivspieler noch unterziehen. Im Dezember werden die Beine in der Sportklinik Pforzheim erneut aufgeschnitten und Platten sowie Winkel entnommen. Allzu lange wird er dann nicht außer Gefecht sein, nach vier bis fünf Wochen sollte alles verheilt sein. Bedenken habe er keine, vor den anderen Eingriffen sei dies anders gewesen. „Die Vorbereitung auf die Rückrunde möchte ich voll mitziehen“, schildert Dinkel.

Momentan bremst ihn Coach Sebastian Vollmar verständlicherweise noch ein wenig, nach dem Winter soll sich das ändern. "Ich bin fit. Der Coach kann immer auf mich setzen", erklärt Dinkel grinsend. Vielleicht hätte schon zu mehr als 18 Minuten Spielzeit gereicht, der 21-Jährige handelte sich gegen Gudensberg vor einigen Wochen jedoch eine Rote Karte als Ersatzspieler ein. Warum, weiß er selbst nicht so recht. Offiziell heißt es, er habe den Ball gesperrt. Spielen möchte er den Ball am liebsten schon wieder über 90 Minuten am Samstag gegen die Barockstadt-Reserve. Auf seinem Stammplatz in der Viererkette, den er seit fast einem Jahr nicht mehr einnehmen konnte.

Momentan bremst ihn Trainer Sebastian Vollmar verständlicherweise noch ein wenig, nach dem Winter soll sich das ändern. „Ich bin fit. Der Coach kann immer auf mich setzen“, erklärt Dinkel grinsend. Vielleicht hätte es schon zu mehr als 18 Minuten Spielzeit gereicht, der 21-Jährige handelte sich im Heimspiel gegen Gudensberg vor einigen Wochen jedoch eine Rote Karte als Ersatzspieler ein. Warum, weiß er selbst nicht so recht. Offiziell heißt es, er habe den Ball gesperrt. Spielen möchte er diesen am liebsten schon wieder über 90 Minuten am Sonntag zum Jahres-Finale gegen die Barockstadt-Reserve. Auf seinem Stammplatz in der Viererkette, den er seit fast einem Jahr nicht mehr einnehmen konnte.

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