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„Hessenliga? Dann geht die Post ab!“

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Von: Tobias Konrad

Jubel beim SV Adler Weidenhausen
Das Siegerlächeln kennen sie nur zu gut. Der SV Adler Weidenhausen ist kaum mehr zu schlagen. Jüngst wirkte gar Regionalliga-Schiedsrichter Felix Berger (oben links) mit. © SV Adler

Der Traum von der Hessenliga. Nach zwei Dritteln der Verbandsliga-Saison ist er ausgeprägter denn je beim SV Adler Weidenhausen. Hessenliga am Chattenloh? Das hätte seinen Reiz!

Weidenhausens Fußball-Abteilungsleiter Stefan Stederoth formuliert es treffend: „Zu einem solchen Zeitpunkt der Saison hatten wir noch nie so große Chancen. In der Vergangenheit haben wir meist eine gute Rückrunde gespielt, aber der Zug war längst abgefahren, da wir zur Winterpause abgeschlagen waren.“ Das ist jetzt freilich anders. Die Adler grüßen von Rang eins, sind punktgleich mit dem CSC 03 Kassel und dem OSC Vellmar und haben im Vergleich zu den Kontrahenten noch ein beziehungsweise zwei Spiele in der Hinterhand. Und am Samstag (16 Uhr) empfängt der Spitzenreiter Verfolger Vellmar zum Highlight. 

Restprogramm des SV Adler Weidenhausen ist straff

Der Zeitpunkt? Er könnte besser nicht sein, um den Gegner zu distanzieren. Die letzte Niederlage erlitt die Elf von Ronald Leonhardt im September vergangenen Jahres. Beim OSC. Seitdem wurde die Liga überrollt, 14 Siegen steht ein Remis gegenüber. Man sollte meinen, Druck ist vor dem Spitzenspiel im Kessel. Doch nicht im Verein aus dem Werra-Meißner-Kreis. „Eine geile Kulisse darf‘s sein“, sagt Stederoth. Sonst nichts. Es passiert, was passiert. Die Freude in der Mannschaft ist dennoch vorhanden, zumal die Bilanz aufgehübscht werden soll. In der Vorrunde hagelte es drei Niederlagen gegen die Top-Vier, „wobei gegen Vellmar und Bad Soden ein Punkt möglich war.“ Apropos Bad Soden: Stederoth schreibt die „Sprudelkicker“ trotz sieben Punkten Rückstand längst nicht ab. „Sie haben ein leichtes Restprogramm, während wir noch gegen die komplette obere Tabellenhälfte und Thalau spielen. Dass es ein Leistungsgefälle in der Liga gibt, ist offensichtlich.“ Und weil bis zum Saisonende nur noch englischen Wochen anstehen, könnte aus dem Dreikampf schnell ein Vierkampf werden.

Moritz Krug und Marin Srsen SV Adler Weidenhausen SG Johannesberg
Moritz Krug (links) zählt zur jungen Garde, die Freude beim SV Adler Weidenhausen machen. © Jonas Wenzel

Zurück zu möglichen Hessenligaambitionen. Die Beletage des Bundeslandes wäre völliges Neuland für die Adler, wirklich zum Thema gehört ein Aufstieg rund ums Chattenloh aber (noch) nicht. „An unserer Vereinsphilosophie würden wir ohnehin nichts ändern. Wir wollen nach wie vor die guten Jugendspieler zu uns locken. Wie zuletzt die Krug-Zwillinge oder Philipp Immig“, stellt Stederoth klar, verhehlt jedoch nicht, „dass wir die Hessenliga motiviert in Angriff nehmen würden. Für den Kreis wäre es toll und im Verein würde natürlich die Post abgehen.“ Nicht nur für Adler-Ikonen wie die Gonnermann-Brüder wäre die Meisterschaft das i-Tüpfelchen. 

Ein Regionalliga-Schiedsrichter in der Verbandsliga

Auch für Felix Berger. Meist nur als Schiedsrichter bis hoch in die Regionalliga für den TSV Herleshausen bekannt, schnürt der 26-Jähre in Weidenhausen die Fußballschuhe. Am Sonntag wirkte er erstmals in der Verbandsliga mit, kam beim 5:1-Sieg bei der SG Hombressen/Udenhausen zehn Minuten zum Einsatz und durfte die Woche schon im Kreispokal mitwirken und trug sich gar in die Torschützenliste ein. „Felix ist absolut fit und trainiert schon lange mit. Er hat es sich verdient, mal Verbandsliga zu spielen. In der Jugend war er ein talentierter Kicker, hat sich dann für die Schiedsrichtertätigkeit entschieden.“

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