Patris Gjocaj (schwarzes Trikot) und Johannesberg wollen die Wende einleiten, Kevin Pezzoni und Bad Soden das Topspiel gewinnen. Foto: Charlie Rolff
+
Patris Gjocaj (schwarzes Trikot) und Johannesberg wollen die Wende einleiten, Kevin Pezzoni und Bad Soden das Topspiel gewinnen.

Hoffen auf den Hallo-Wach-Effekt

Drittletzter, nur acht Punkte auf dem Konto, zuletzt ein 0:6 in Willingen. Bei Verbandsligist SGJohannesberg hat inzwischen jeder verstanden, welche Stunde längst geschlagen hat.

Besonders für Zeljko Karamatic waren es turbulente Tage. Einem heimischen Pressevertreter hatte der Trainer nach Schlusspfiff in Willingen bereits ins Notizbuch diktiert, dass er von seinem Amt zurücktreten würde. Keine 24 Stunden später, an seinem 49. Geburtstag, stellte Karamatic klar, dass er in Johannesberg weiter arbeiten wird – nachdem ihn zahlreiche positive Nachrichten erreichten.

„Ich hatte diese Woche im Training auch das Gefühl, dass die Mannschaft froh ist, dass ich geblieben bin“, betont Karamatic, der nun auf einen Hallo-Wach-Effekt bei seinen Spielern hofft. „Wir haben schon vor zwei Wochen nach der Pleite gegen Ehrenberg analysiert, woran jeder Spieler arbeiten muss. Ich erwarte jetzt nicht, dass spielerisch alles klappen wird. Aber die Jungs müssen die Ärmel hochkrempeln und alles geben, denn wir brauchen endlich ein Erfolgserlebnis.“

Gegen Sandershausen (Sonntag, 15 Uhr) scheint ein Dreier zumindest möglich, die TSG zählte vor der Saison zu den Mannschaften, die Johannesberg hinter sich lassen wollte. Mit Adrian Köpf und Leon Butsch kehren zwei Gesperrte zurück, allerdings wurde Nikola Milankovic mit einer Sechs-Spiele-Sperre belegt. Die SGJ glaubt, dass der Serbe mit Namensvetter Milenkovski verwechselt und als Wiederholungstäter eingestuft wurde, und hat Berufung eingelegt. Keine Option in diesem Jahr ist wohl David Peli, der bei Barockstadt II in dieser Saison noch nicht gespielt hat und seit ein paar Wochen in Johannesberg mittrainiert. „David ist zufrieden hier und fühlt sich wohl. Er ist jung und bringt Qualität mit“, sagt Karamatic. Allerdings hat Peli bei der SGB noch einen laufenden Vertrag.

Sonnenberger: "Spielen keinen Hurrafußball"

In die Top fünf könnte derweil der FC Eichenzell springen, wenn er am Sonntag (15.30 Uhr) Tabellennachbar Lichtenau besiegt. „Für mich definiert sich ein Spitzenplatz aber nicht alleine durch die Platzierung, sondern durch den Vorsprung auf die Abstiegsränge. Aktuell haben wir sechs Punkte Vorsprung, dieses Polster ist noch nicht sehr aussagekräftig“, tritt Spielertrainer Sebastian Sonnenberger auf die Euphoriebremse.

Die zwei jüngsten Zu-Null-Siege erfreuen den 30-Jährigen aber, wenngleich Sonnenberger reichlich Verbesserungspotenzial sieht: „Um dauerhaft nichts mit den hinteren Plätzen zu tun zu haben, müssen wir tiefstehende Gegner besser bearbeiten und fußballerisch einen Schritt nach vorne machen. Wir spielen keinen Hurrafußball, sondern an die Liga angepasst.“ Vor dem Lichtenau-Spiel ist Offensivwaffe Patrick Broschke noch fraglich.

Zeitgleich muss auswärts Barockstadt II in Dörnberg antreten. Die Truppe von Florian Roth hat nur einen Punkt aus den vergangenen vier Spielen geholt und steht inzwischen auf dem ersten möglichen Abstiegsrang. Davon kann der FSV Thalau nur träumen, wenngleich das jüngste 2:3 gegen CSC Kassel dem Schlusslicht Mut macht. Das Spiel in Sand (Sonntag, 15 Uhr) wird dennoch eine hohe Hü

Soden sitzt weiter im "Aufstiegsbus"

„Wir sitzen aktuell noch im Aufstiegsbus und wir freuen uns auf den Druck des Spitzenspiels“, sagt Bad Sodens Trainer Anton Römmich vor dem Tophit gegen den CSC 03 Kassel am Samstag (15 Uhr). Sollte der Tabellendritte gegen den Tabellenzweiten aus Kassel verlieren, zögen die Nordhessen auf acht Punkte Differenz davon. Bei der Klasse der drei Spitzenteams in der Verbandsliga Nord dürfte es danach sehr schwer für die Kurstädter werden, diesen Rückstand aufzuholen. Das weiß Römmich. Der Trainer ist heiß, die ganze Mannschaft sei „megaheiß auf dieses Spiel“.

Kassel kann mit dem Kader aus dem Sand-Spiel in Bad Soden auflaufen, bei den Gastgebern fehlt dagegen ein Großteil der Defensive. Die Sechser Simon Huhn und Christoph Neiter sowie Innenverteidiger Jan Rintelmann konnten zuletzt nur Lauftraining absolvieren. Abwehrspieler Philip Blam ist beruflich verhindert, Mittelfeldspieler Nils Becker plagen Oberschenkelprobleme.

Das könnte Sie auch interessieren