1. torgranate
  2. Verbandsliga
  3. Verbandsliga Nord

Lothar Plappert seit 40 Jahren an der Vereinsspitze der SG Johannesberg

Erstellt:

Von: Steffen Kollmann

Lothar Plappert (Vorsitender der SG Johannesberg)
Sein Zuhause: Lothar Plappert auf der Empore des Sportzentrums der SG Johannesberg. © Charlie Rolff

Über viele Jahrzehnte lang im gleichen Verein zu bleiben, gehört leider nicht mehr zur Tagesordnung. Noch außergewöhnlicher ist es aber, über einen langen Zeitraum an der Spitze eines Clubs zu stehen. So wie Lothar Plappert, der die SG Johannesberg seit 40 Jahren anführt.

Bei einer solch langen Zeit an der Vereinsspitze ist es kaum zu glauben, dass Lothar Plapperts Anfänge gar nicht in Johannesberg liegen. Los geht es für den heute 68-Jährigen bei FT Fulda, wo er als Fußballer in der Jugend- und Reserve-Mannschaft spielt. Es folgen vier Jahre bei der SG Sickels und dann 1977 der Schritt zur SG Johannesberg. Nach der Hochzeit mit Frau Martina und dem Zusammenziehen in Johannesberg ist der Schritt in den Sportverein – für den seine Frau als Schriftführerin bereits tätig ist – folgerichtig.

Lothar Plappert hat in 40 Jahren SG Johannesberg viel verändert

Zwei Jahre später werden neue Leute für den Vorstand gesucht. Plappert wird zum Stellvertretenden Vorsitzenden ernannt und übernimmt fünf Jahre nach seinem Vereinsbeitritt den Vorsitz. Damals ist die SG Johannesberg ein reiner Fußballverein, hat 380 Mitglieder. Seitdem hat sich viel verändert: Bei fast 950 Mitgliedern steht die SGJ jetzt, die Mehrzahl davon kommt von außerhalb des 800-Einwohner-Dorfs. Weil sie auf viele andere Steckenpferde wie Tischtennis, Volleyball und Kinderleichtathletik setzt. Genauso wie auf Nischensportarten wie Poolbillard und American Football, für die es in der Region kein breites Angebot gibt.

„Es ist nicht immer einfach, neue Abteilungen aufzunehmen, weil dann weniger Raum für andere Gruppen ist. Aber ich bin froh, dass unsere Mitglieder bei den Ideen immer mitgezogen haben“, betont Plappert, den die ganze Entwicklung im Verein erfreut. Auch infrastrukturell: Inzwischen gibt es nicht nur zwei Rasenplätze, sondern seit 20 Jahren eine eigene Sporthalle – der Verein steckte damals 120.000 Euro an Eigenkapital in das Projekt.

„Es hat mal ein 16-Jähriger zu mir gesagt, dass er nun schon seit zehn Jahren Fußball spielt und mal etwas anderes ausprobieren möchte. Diese Leute wollen wir trotzdem im Verein behalten, mit vielfältigen Angeboten. Auch wenn es eine Herkulesaufgabe ist, alles zu bewältigen“, weiß Plappert, der froh ist, nicht nur Breiten-, sondern auch Spitzensport anbieten zu können. Besonders die Entwicklung im Poolbillard ist beachtlich: Die SGJ spielt in der Bundesliga und richtet über Jahre die European Open aus.

Lothar Plappert: Klappt nur, wenn Familie dem Sport verbunden ist

Dies könne laut Plappert nur gelingen, wenn die Abteilungen mit engagierten Ehrenamtlern ihren Beitrag leisten. Plapperts Kerninteresse bleibt der Fußball, seit dem Aufstieg in die Verbandsliga 2017 zählt Johannesberg zu den erfolgreichsten Vereinen der Region. Stolz ist Plappert zudem auf die Jugendabteilung der JSG West Ring.

Seit 40 Jahren ist Plappert im Amt – getoppt wird das wohl nur von seinem Fliedener Kollegen Winfried Happ (seit 1978). Doch ist nach all der Zeit ein Ende in Sicht? „Ich hätte nie gedacht, dass es so lange werden würde. Das klappt nur, wenn deine Familie mit dem Sport verbunden ist. In absehbarer Zeit werden sich die Dinge aber verändern. Bei unseren engagierten Leuten ist mir da nicht angst und bange“, betont der 68-Jährige.

Auch interessant