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Stau, Verletzung, Unterbrechung und Rot beim ersten Verbandsliga-Dreier

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Von: Tobias Konrad

SG Viktoria Bronnzell
Die SG Viktoria Bronnzell bezahlte den Sieg teuer beim Lichtenauer FV. Keeper Jonas Ritzel musste schwerverletzt vom Feld. © Verein

Einen völlig verrückten Samstag erlebte die SG Viktoria Bronnzell. Die positive Randerscheinung war der erste Verbandsliga-Dreier in der Vereinsgeschichte, vielmehr überwogen aber die negativen Schlagzeilen beim 2:0-Sieg beim Lichtenauer FV.

Das Drehbuch begann bereits bei der Anreise. Der Viktoria-Tross stand auf der A7 im Stau, kam erst rund eine halbe Stunde vor Anpfiff in Lichtenau an. Beide Teams einigten sich auf einen verspäteten Anpfiff – von Müdigkeit war bei Bronnzell aber überhaupt nichts zu sehen. Sofort waren Christoph Sternstein und Marek Weber im Spiel, Letztgenannter hatte schon nach vier Minuten eine Großchance. Wenig später war es Jan-Niklas Jordan, der hätte die Führung besorgen können. Doch die Osthessen belohnten sich anfangs nicht.

Kurz vor der Pause ereignete sich der Schreckmoment des Tages. Bei einem Distanzschuss prallte Keeper Jonas Ritzel gegen den Pfosten. Der Bronnzeller Schlussmann war sofort bewusstlos und blutete. Der Hubschrauber musste kommen, Ritzel wurde nach Kassel ins Klinikum geflogen und wird am Sonntag operiert. "Kiefer- und Jochbeinbruch", schilderte Trainer Stefan Dresel kurzum, der von aufgebrachten Minuten sprach. Für rund 60 Minuten war die Begegnung unterbrochen.

Sportlich musste es aber weitergehen, Ritzels Vertreter Niklas Hofacker meisterte seinen Job laut Dresel bravourös – und stand seinen Vorderleuten in nichts nach. Denn Bronnzell war umgehend wieder auf der Höhe, Weber nutzte ein Missverständnis in der Defensive des Gastgebers zur Führung (60.). Der Stürmer legte zehn Minuten vor Schluss nach Vorarbeit von Sternstein nach und stellte die Weichen auf den geschichtsträchtigen Sieg. "Lichtenau machte noch mal Druck und wir hatten Glück bei einem Kopfball an den Pfosten. Unterm Strich aber ein verdienter Dreier, den wir sehr teuer bezahlt haben", meinte Dresel. Denn zu allem Übel handelte sich Franz Ruppel in der Nachspielzeit eine Rote Karte ein. "Der Linienrichter will was gesehen haben. Was genau, wissen wir nicht", sagte Dresel.

Statistik

Lichtenauer FV: Biserkin; Ott, Schneider, Dickel, Orschel, Antoniuc, Rusu, Tadeis Gambetta, Dietz, Corbo, Mimbala.
SG Viktoria Bronnzell: Ritzel (40. Hofacker); Ruppel, Pecks, Weber (87. Horenkamp), Hohmann, Jordan (90.+2 Balzer), Weiss, Dugan (84. Jäger), Sandner (68. Pfeiffer), Ruppert, Sternstein.
Schiedsrichter: Daniel Losinski (TSV Immenhausen).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1, 0:2 Marek Weber (60., 80.).
Rote Karte: Franz Ruppel (Bronnzell) wegen einer Tätlichkeit (90.+1).

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