Lukas Rausch erzielte das umjubelte Thalauer Siegtor gegen Türkgücü Kassel.
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Lukas Rausch erzielte das umjubelte Thalauer Siegtor gegen Türkgücü Kassel.

Siegtorschütze als Sinnbild des neuen Wegs

Thalau-Held Rausch: „Von der ersten Mannschaft war ich immer sehr weit weg“

Es sind Geschichten, wie sie nur der Fußball schreibt. Gegen Türkgücü Kassel war mit Lukas Rausch beim ersten Verbandsliga-Erfolg des FSV Thalau seit Oktober 2020 ausgerechnet ein Eigengewächs der Held, der sinnbildlich für den neuen Weg der Vorderrhöner steht.

16 Spiele, 2 Punkte, 74 Gegentore. Thalau erlebte bislang eine Saison zum Vergessen. Sogar noch viel mehr: Eine Spielzeit, die Außenstehende daran zweifeln ließ, ob der FSV überhaupt bis zum Sommer spielen kann. Im Winter zogen die Verantwortlichen die Reißleine. Unter dem neuen Interimstrainer Thomas Hütsch, der eigentlich Sportlicher Leiter ist, wurde ein Umbruch eingeleitet: Gleich sieben Spieler verließen den Verein, externe Neuzugänge gab es keine. Spieler aus der zweiten Mannschaft sollten fortan mithelfen, dass die Saison anständig zu Ende gebracht wird.

Einer von ihnen: Lukas Rausch. Ur-Thalauer. 24 Jahre alt. „Von der ersten Mannschaft war ich eigentlich immer sehr weit weg, habe nie wirklich dort mittrainiert. Ich habe in der zweiten oder sogar dritten Mannschaft gespielt“, sagt der etatmäßige Verteidiger. Kein einziges Saisontor gelang ihm in der A-Liga-Reserve in dieser Saison. Oder den drei Spielzeiten zuvor. Dennoch testete Trainer Hütsch Rausch schon im Kreispokal in Horas (1:0) als Stürmer. Und wechselte ihn auf gleicher Position im ersten Ligaspiel 2022 gegen Türkgücü Kassel für die letzten 20 Minuten ein.

Ich habe das Tor erst gar nicht realisiert. Bis alle auf mich zugestürmt sind.

Lukas Rausch

Es kam, wie es kommen musste. Nach Hereingabe von Christopher Schenkel musste sich Rausch zunächst dem „Leo“ von Florian Storch beugen, doch der künftige Spielertrainer vergab die erste Chance. Der Ball wurde abgewehrt, diesmal musste Rausch die Kugel niemandem überlassen und konnte sie aus 16 Metern kompromisslos ins kurze Eck dreschen. „Ich habe es erst gar nicht realisiert. Bis alle auf mich zugestürmt sind“, erinnert sich der 24-Jährige. Der Treffer zum 1:0 in der 81. Minute sollte der einzige bleiben, und es folgte ein feuchtfröhlicher Abend. Erst um 11 Uhr war Rausch daheim, jegliche Versuche, das Sportlerheim früher zu verlassen, wurden von den Mitspielern erfolgreich unterbunden.

Für die Moral ein ganz wichtiger Sieg – der erste seit dem 2:0 gegen Hombressen/Udenhausen am 4. Oktober 2020 – und ein Mutmacher für die kommenden Wochen. Rausch hat jedenfalls Blut geleckt, würde gerne noch das ein oder andere Verbandsliga-Spiel aufs Konto wandern lassen. Zumindest bis die Abstiegsrunde der A-Liga Fulda/Rhön am 10. April startet. Den Klassenerhalt mit der zweiten Mannschaft zu schaffen, dürfte für den FSV dann wichtiger sein, als am Verbandsliga-Tabellenende für die ein oder andere Überraschung zu sorgen.

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