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Pascal Kemper: Torjäger mit Respekt vor Fallhöhe

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Von: Johannes Götze

Fussball VerbandsligaSG Bad Soden gw - FSV Dörnberg blau-gestreift
Pascal Kemper (Bildmitte) ist der einzige Spieler im Kader des FSV Dörnberg, der Hessenliga-Erfahrung mitbringt. © KN

Nicht Hünfeld, nicht Flieden, schon gar nicht Bad Soden. Der FSV Dörnberg ist Herbstmeister der Verbandsliga Nord. Das Überraschungsteam möchte nun gar auf Tabellenplatz eins überwintern und fährt morgen (16 Uhr) voller Selbstvertrauen zum Topspiel nach Hünfeld.

„Hessenliga hier oben auf dem Berg? Das hätte schon Charme und wäre für den Verein und ganz viele Spieler eine coole Sache. Aber ich hätte ehrlicherweise eher Respekt vor der Fallhöhe“, sagt Pascal Kemper, 32-jähriger Torjäger des Vereins und einziger Spieler mit Hessenliga-Erfahrung im Kader des FSV Dörnberg. Der Verein wurde 2014 Vizemeister in der Verbandsliga, jetzt träumt beinahe der ganze Club von dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

Verbandsliga: Gipfeltreffen zwischen Hünfelder SV und FSV Dörnberg

Und das findet Kemper trotz seiner Zweifel, falls es zum Aufstieg kommt und dort für den familiär geführten Verein nicht laufen sollte, gut. „Bei uns herrscht eine riesige Euphorie, weil wir in dieser Saison gleich mehrere entscheidende Schritte nach vorne gemacht haben. Kämpfen konnten wir schon immer, jetzt spielen wir stellenweise sogar ansehnlichen Fußball. Außerdem können wir auswärts gewinnen, sogar bei Spitzenteams wie Flieden, sind insbesondere in den engen Spielen stark. Und wir hatten Konstanz – im Gegensatz zu allen anderen Teams in der Spitzengruppe.“

Doch auch der Hünfelder SV gewann zuletzt am Stück – zumindest dreimal. Und hat sich dadurch an Dörnberg herangeschoben. Gewinnt der HSV morgen, überwintert er auf Tabellenplatz eins. Was beim Blick auf die ligaweit beste Offensive und beste Defensive nicht verwunderlich wäre. „Aber wir fahren mit Selbstvertrauen nach Hünfeld. Es klingt blöd, aber wir sind Tabellenführer. Es gibt keinen Grund, uns zu verstecken“, sagt Kemper, der für Dörnberg in Ligaspielen beinahe 200 Treffer erzielt hat und in dieser Saison zehn Tore in zehn Spielen beisteuern konnte.

Torjäger Pascal Kemper mit schlechten Erinnerungen an Hünfeld

An Hünfeld hat er allerdings keine guten Erinnerungen: „Zuhause war oft was drin, wie beim 2:1-Hinspielsieg, aber in Hünfeld haben wir nie was geholt. Da überwiegen die Erinnerungen an das schöne Sportlerheim, die dritte Halbzeit und Co-Trainer Steffen Witzel, zu dem ich einen guten Draht habe.“ Diesmal aber will Kemper mindestens einen Punkt entführen, damit Dörnberg den ganzen Winter auf Platz eins steht.

Gespielt wird morgen auf Kunstrasen, was der FSV gewohnt ist, im heimischen Bergstadion gibt es nämlich nichts anderes. Was ebenfalls für Dörnberg spricht: Beim HSV fallen mit Abwehrchef Benjamin Fuß und Sechser Jonas Simon zwei Leadertypen gesperrt aus. Dafür kann der HSV gerade in der Offensive aus dem Vollen schöpfen.

Außer dem HSV hat einzig die SG Ehrenberg am letzten Spieltag des Kalenderjahres Heimrecht und erwartet nach der 0:6-Klatsche gegen Buchonia Flieden mit der SG Bad Soden den nächsten großen Titelfavoriten. Gespielt wird am Sonntag (14 Uhr) in Seiferts. Der SGE droht die Rote Laterne über die gesamte Winterpause hinweg. In anderen Gefilden ist Viktoria Bronnzell unterwegs: Die Elf um Coach Stefan Dresel kann das historische Aufstiegsjahr mit einem Erfolg in Willingen krönen und dort gebührend feiern.

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