Sardi Bardushi fungierte mit dem 1:1-Ausgleich zum Dosenöffner für Johannesberg und konnte jubeln.
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Sardi Bardushi fungierte mit dem 1:1-Ausgleich zum Dosenöffner für Johannesberg und konnte jubeln.

SGJ holt wichtigen Dreier

Sechs wilde Minuten bescheren den Sieg

Im Abstiegskampf in der Verbandsliga Nord hat die SG Johannesberg im Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten aus Gudensberg einen wichtigen Dreier eingetütet. Sechs wilde Minuten nach der Pause sicherten dem Team von Anton Balz einen knappen, aber verdienten 3:2 (0:1)-Heimsieg.

In der zweiten Hälfte wurde es dann ganz schön wild. Erst musste Johannesberg verletzungsbedingt wechseln, dann machte die SGJ aber Druck und schnürte Gudensberg am Sechzehner ein. Innerhalb von sechs Minuten drehte die SGJ das Spiel komplett. Drei Tore machten aus dem 0:1-Rückstand eine 3:1-Führung. Eine tolle Kombination von Niklas Odenwald und Kirche Ristevski verwandelte Sardi Bardushi (51.), ein doppelter Foulelfmeter von Rückkehrer Niklas Zeller (54.) und ein Konter, den Patrise Gjocaj veredelte (57.), besorgten die drei Treffer der Heimmannschaft. „Wir haben in der zweiten Halbzeit die gefährlichen Zonen bespielt und wollten es besser machen. Dass es so schnell geklappt hat, ist dann super“, freute sich Johannesbergs Trainer Anton Balz. 

Der Matchplan der FSG Gudensberg war schnell zu erkennen: Tief stehen, den Gegner locken, auf Ballverluste hoffen und lange Bälle auf die Doppelspitze - bestehend aus Tom Siebert und Nico Döring - zu spielen. Das ging auch in vielen Fällen auf, weil dem osthessischen Fußballteam aus Johannesberg offensiv relativ wenig einfiel. „Wir wussten, dass sie mit den zwei schnellen Stürmern nach vorne spielen wollen und mussten uns erst mal reinfuchsen“, sagte Balz. Man hatte zwar den Ball, fing aber wenig damit an. Es gab durchaus gute Chancen, die von Gästekeeper Tom Stieghorst vereitelt wurden. „Unser Plan ist in der ersten Halbzeit sehr gut aufgegangen. Wir wollten kompakt stehen und Johannesberg wenig Raum lassen. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen“, sagte Gudensbergs Trainer Andre Fröhlich nach der Partie.

Gudensberg macht es spät spannend

Und dadurch kam es im ersten Durchgang, wie es kommen musste. Ein Freistoß, etwa 20 Meter vor dem Tor, führte zum Gegentor der SGJ. Denn nach dem Freistoß erkannte Schiedsrichter Rene Filges ein Handspiel und gab einen zumindest umstrittenen Elfmeter. Den verwandelte Nico Döring stark (33.). In der Folge fiel der SGJ wieder relativ wenig ein. 

Die FSG konnte ihre Spielweise in der zweiten Halbzeit nicht mehr so auf den Platz bringen, weil Johannesberg hinten besser stand und nach vorne schneller und genauer spielte. Kamen die Spieler aus Gudensberger mal vor die Kiste, verfehlten die Schüsse von Tom Siebert und Co. aber zu oft ihr Ziel oder sie waren zu unplatziert, sodass Johannes Kreis den Sieg mit durchaus guten Paraden am Ende festhalten konnte. „Am Ende hatten wir Spielpech. Wir hätten noch mehr sprinten und investieren müssen und haben das Spiel nach der Pause aus der Hand gegeben“, konstatierte Andre Fröhlich. Dennoch musste Johannesberg zittern, da Siebert in der 89. Minute den Anschluss erzielte. Aber Johannesberg brachte den Sieg über die Zeit. Alexander Michael Sotelo flog noch innerhalb von zwei Minuten mit Gelb-Rot vom Platz (92.). „Das war unnötig. Dazu kommen noch verletzte Spieler. Wir sind froh, jetzt ein paar freie Tage zu haben. Das haben sich die Spieler verdient“, sagte Balz. Alle drei Wechsel waren verletzungsbedingt. Radek Görner und Nikola Milankovic haben muskuläre Beschwerden, während Leon Butsch mit Rückenschmerzen zu kämpfen hat. 

Der Dreier ist im Abstiegskampf der Verbandsliga Nord wichtig für die SGJ. Sie steht bei 31 Punkten, während Gudensberg mit 17 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz bleibt. Die Chancen auf den Klassenverbleib werden geringer. „Wir wollen das Maximum aus den nächsten Spielen herausholen. Die Leistung steht bei uns im Vordergrund. Der Punkteabstand ist mir scheißegal“, meinte Fröhlich. Sein Gegenüber Balz sieht sei Team auch noch nicht gerettet: „Der nächste Gegner ist immer der schwierigste. Ich hoffe, die Personallage entspannt sich bis dahin ein wenig.“

Statistik:

SG Johannesberg: Kreis - Ristevski, Milankovic (76. Milenkovski), Zeller, Grosch - Bardushi, Butsch (46. Hussein) - Gjocaj - Odenwald, Görner (76. Sotelo), Ferreira da Silva. 
FSG Gudensberg: Stieghorst - Otto (82. Wunsch), Colella, Lauterbach, Prüfer, Hillebrand (82. Narimani Kahlan) - Modes (92. N. Siebert), Dünzebach, Wissemann - Döring, T. Siebert. 
Schiedsrichter: Rene Filges (Klein-Karben). 
Zuschauer: 150. 
Tore: 0:1 Nico Döring (33., Handelfmeter), 1:1 Sardi Bardushi (51.), 2:1 Niklas Zeller (54., Foulelfmeter), 3:1 Patrise Gjocaj (57.), 3:2 Tom Siebert (89.). 
Gelb-Rote Karte: Alexander Michael Sotelo (93., SG Johannesberg) wegen wiederholten Foulspiels.

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