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Meik Voll über Ziele, Kilometer und Perspektiven

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Von: Ralph Kraus

Bildergalerie vom Verbandsligaspiel FC Eichenzell gegen SG Ehrenberg
10.000 Kilometer für die Tätigkeit in Ehrenberg: Trainer Meik Voll beschäftigt sich nicht mit diesen Zahlen. © Jonas Wenzel

Für die SG Ehrenberg zählt in der Verbandsliga Nord jeder Punkt im Rennen um den Klassenerhalt. Vor dem heutigen Spiel gegen die SG Barockstadt II (18.30 Uhr, in Seiferts) sprachen wir mit Trainer Meik Voll.

Drei Punkte hat ihr Team aus den bisherigen vier Spielen geholt. Schaut man auf die Gegner Bad Soden, Eichenzell, CSC 03 Kassel und Vellmar, dann ist die Ausbeute aber nicht so schlecht.

Ich würde das heutige Spiel gegen die Barockstadt noch mit dazu zählen und selbst wenn es danach bei den drei Punkten bleiben würde, kann ich doch damit leben. Wichtig war mir, dass wir nach den fünf Auftaktspielen nicht ohne Punkt dastehen. Schaut man sich die Gegner an, dann hätte das passieren können.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Mannschaft, die jedes Spiel gegen die starke Konkurrenz knapp bestritten hat, am besten?

Dass wir eine Einheit sind, die Jungs viel Spaß haben und die neuen Trainingsmethoden super annehmen. Mit Daniel Pfeiffer als Co- und Konditionstrainer gehen wir neue Wege. Die Mannschaft ist körperlich richtig gut drauf. Zu dem neuen Weg gehören auch andere Ideen, andere Ansprache an die Mannschaft. Ich komme aus der alten Schule, versuche aber, mich auch auf die neuen Gegebenheiten umzustellen. 

Gegen die SG Barockstadt II feierten Sie beim 3:1 Anfang Mai eine gelungene Premiere und haben den Grundstein zum Klassenerhalt gelegt. Kann Ihr Team heute erneut einen Dreier einfahren?

Man kann die beiden Spiele überhaupt nicht miteinander vergleichen. Im Mai war das ein Duell zehn Spiele vor Schluss. Da ging es für etliche Gegner schon um nichts mehr und da war dann beim ein oder anderen auch schon ein bisschen die Luft raus. Jetzt aber stehen wir am Anfang der Saison. Da fehlt den jungen Kerlen der Barockstadt vielleicht noch etwas die Konstanz. Aber die Partie findet unter der Woche statt. Von daher gehe ich fest davon aus, dass der Gegner mit einigen Verstärkungen aufläuft, die lieber in der Regionalliga spielen würden. 

Eine genaue Beurteilung über den Start kann man sowieso erst nach 12, 13 Spieltagen abgeben. Klar ist aber, dass wir so viele Punkte bis zur Winterpause einfahren müssen, dass wir in der Rückrunde nicht noch 30 Zähler brauchen. Das würde ob der besonderen Trainingsbedingungen im Rhöner Winter schwer.

Sie wohnen in Fulda, ihre Co-Trainer Daniel Pfeiffer in Rückers und Hugo Lingelbach in Schlüchtern. Haben Sie schon mal ausgerechnet, wie viel Aufwand der Job in der Rhön bedeutet?

Das kann ich an meinem Beispiel vorrechnen: Hin und zurück sind es für mich etwa 80 Kilometer. Bei vier Einheiten pro Woche komme ich da in zehn Monaten auf zwischen 10.000 und 13.000 Kilometer, die ich bewältigen muss. Als Fußballtrainer muss man auch ein bisschen verrückt sein und darf sich bei den Auswahlkriterien bei der Suche nach einem Verein mit solch einer Zahl nicht beschäftigen. Aber ganz ehrlich? Das hört sich schlimmer an, als es letztlich ist. 

Wie schwer ist es, neue Spieler nach Ehrenberg zu locken?

Meine Anfangsskepsis habe ich verloren. In 20, 25 Minuten habe ich eine einfache Fahrt bewältigt. Der längeren Fahrt stehen viele positive Punkte gegenüber. Beispielsweise den, dass es für einen jungen Spieler kaum einen Verein gibt, bei dem die Perspektiven, in der Verbandsliga spielen zu können, besser sind, als in Ehrenberg. Einsatzzeit kann ich jedem talentierten Spieler versprechen, der voll mitzieht – eine Stammplatzgarantie nicht. Außerdem liegen wir im Dreiländereck mit Thüringen und Bayern. Da bringt der Markt auch mal einen Spieler wie Christopher Goldbach zutage, der aus Fladungen stammt und beim TSV Großbardorf Erfahrungen gesammelt hat.

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