Von wegen Urlaub: Thomas Weichlein fährt nun doch nicht weg und kann deshalb gegen Ehrenberg spielen. Foto: Charlie Rolff
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Von wegen Urlaub: Thomas Weichlein fährt nun doch nicht weg und kann deshalb gegen Ehrenberg spielen.

Weichleins Pech ist Volls Glück

Der erste Mittwochsspieltag der Verbandsliga hält ein Kellerduell bereit. Sowohl die SG Ehrenberg als auch der FSV Thalau wollen heute (18.15 Uhr) in Wüstensachsen den ersten Saisonsieg einfahren.

„Wir wollen unsere zuletzt ordentlichen Leistungen mit einem Dreier bestätigen“, unterstreicht SGE-Coach Sebastian Vollmar. Obwohl bislang alle vier Partien verloren wurden, geben die jüngsten Auftritte Grund zur Hoffnung. Gegen Top-Favorit Bad Soden führten die Rhöner beim 1:2 lange, in Vellmar schlug sich Ehrenberg mit dem letzten Aufgebot trotz des 0:5 quasi bestmöglich. Nun hat sich die Personallage etwas entspannt, wenngleich mit Torhüter Simon Voll, Innenverteidiger Moritz Schäfer, Mittelfeldmann Niklas Theisen und Angreifer Marius Bublitz wichtige Spieler weiterhin ausfallen werden.

Mit personellen Problemen hat Thalau allerdings auch zu kämpfen. So fehlt mit Regisseur Florian Storch der vermutlich beste Spieler aufgrund einer Gelb-Roten Karte. Immerhin kann Thomas Weichlein mit von der Partie sein: Eigentlich wollte der 32-Jährige in den Urlaub fahren, doch das defekte Wohnmobil macht dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. „Für mich ist das ein Glücksfall“, muss Trainer Meik Voll schmunzelnd zugeben, denn so muss er seine Innenverteidigung nicht umbauen.

Einer, der künftig für diese Position oder das defensive Mittelfeld in Frage kommen dürfte, ist Marco Link. Vergangenen Samstag gegen Lichtenau feierte der frühere Fliedener Hessenliga-Spieler sein kurzes Debüt für den FSV, nachdem er eine Woche zuvor sein Traineramt beim Gelnhäuser Kreisoberligisten Altenhaßlau/Eidengesäß niedergelegt hatte. „Marco braucht sicherlich noch zwei, drei Wochen, bis er sein Leistungslevel erreicht hat. Der ein oder andere hat vielleicht geschmunzelt, weil wir einen 40-Jährigen holen, aber mit Stanislav Szilagyi haben wir einen anderen 40-Jährigen im Sturm, der schon drei Tore gemacht hat“, betont Voll, der die Wichtigkeit des Ehrenberg-Spiels untermauert: „Gegen Mannschaften auf Augenhöhe sollten wir nicht verlieren. Gegen Sandershausen hatten wir bereits einen Ausrutscher, ein zweiter sollte nicht folgen. Das ist ein enorm wichtiges Spiel, und es wäre für beide Seiten fatal, am Ende mit leeren Händen dazustehen.“

Karamatic: "Soden kocht auch nur mit Wasser"

Ein zweites Osthessen-Duell steigt in Johannesberg, die SGJ hat Spitzenreiter Bad Soden zu Gast (18 Uhr). „Das ist sicherlich der Top-Favorit auf die Meisterschaft. Aber auch diese Spieler kochen nur mit Wasser – das hat man in den zurückliegenden Spielen gesehen, als Bad Soden stets in Rückstand geraten ist“, weiß Johannesbergs Trainer Zeljko Karamatic. Seiner Mannschaft fehlt derweil noch die Konstanz, auf den ganz starken 4:2-Sieg in Sand folgte ein 1:2 bei Türkgücü Kassel. Und personell bleibt die Lage angespannt, zumal sich Außenverteidiger Jonas Lembach das vordere Kreuzband angerissen hat und womöglich in 2021 nicht mehr spielen wird.

Sodens Trainer Anton Römmich geht mit personellen Sorgen ins Regionalderby. Rechtsaußen und Torjäger Lukas Ehlert brummt das zweite Spiel der 5-Spiele-Sperre nach Rot in Wüstensachsen ab. Bitter: Das Foul an sich hätte vier Spiele gebracht, weil aber der Gegner verletzt raus musste, gab es einen Zuschlag. Außenverteidiger Alexander Okyere fällt mit einer Oberschenkelzerrung aus, Mittelfeldpsieler Betim Mezini ist nach der Rückkehr aus Albanien noch bis Donnerstag in Quarantäne. Krankheitsbedingt nicht trainiert hat Star-Innenverteidiger Kevin Pezzoni. „Der Kader ist breit und gut, ich mache mir keine Sorgen“, so Römmich.

Zeitgleich empfängt der FC Eichenzell den OSC Vellmar, der bislang alle vier Saisonspiele gewonnen hat. Britannen-Spielertrainer Sebastian Sonnenberger imponiert als Innenverteidiger vor allem die Defensivquote, nur einen Gegentreffer musste Vellmar bislang hinnehmen. „Eine sehr intakte Mannschaft kommt zu uns, die Rollen sind klar verteilt. Dennoch wollen und können wir Punkte mitnehmen, wenn wir an unsere Leistungsgrenze kommen“, sagt der Britannen-Coach, für den Neuzugang Sebastian Körner (Steinbach) bereits ein Kandidat für die erste Elf ist. Auf Reisen begibt sich zu guter Letzt die Barockstadt-Reserve, die in Lichtenau zu Gast ist (19 Uhr). Der LFV ist mit sieben Punkten aus drei Spielen in dieser Saison noch ungeschlagen.