Anton Balz ist zurück im Revier der SG Johannesberg. Also dort, wo er einst große Erfolge feierte. Foto: Marzena Traber
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Anton Balz ist zurück im Revier der SG Johannesberg. Also dort, wo er einst große Erfolge feierte.

Zurück im Revier

Vor dreieinhalb Jahren brach Anton Balz (36) seine Zelte bei der SG Johannesberg zum zweiten Mal ab. Nun kehrt er erneut zu seinem „Heimatverein“ zurück. Über die Gründe und seine Vorstellungen beim Verbandsligisten hat er mit uns gesprochen.

Zum dritten Mal heuerst Du nun bei der SGJ an. Beim Blick zurück sind sicher einige Erinnerungen hängengeblieben?

Insgesamt war ich sieben Jahre für Johannesberg aktiv und ich kann behaupten, dass ich im Verein die schönste und erfolgreichste Zeit meiner Laufbahn erlebt habe. Die SGJ ist ein Stück weit mein Heimatverein geworden. Vor mehr als zehn Jahren kam ich nach Fulda, fast genauso lange lebe ich in Johannesberg. Durch den Fußball habe ich meine Frau kennengelernt, bin im Ort heimisch geworden. Gehe ich mit dem Hund spazieren, treffe ich immer Leute mit denen ich ins Gespräch komme. Und sportlich lief es ebenfalls, zwei Aufstiege in die Gruppen- und Verbandsliga durfte ich feiern. Obendrauf erzielte ich das erste Verbandsligator in der Vereinsgeschichte.

Die Gründe für die Rückkehr liegen aber nicht in der Vergangenheit, oder?

Als ich zum ersten Mal zu Johannesberg kam, sagte Lothar Plappert (Vereinsvorsitzender, Anm. d. Red.) zu mir, dass ich Teil eines Projektes bin. Das Projekt haben wir bis hinauf in die Verbandsliga gemeistert. Nun gibt es ein neues Projekt. Wir wollen dahin zurück, wo wir herkommen. Wir wollen einheimische Spieler einbauen. Die Basis dafür gibt es mit talentierten Jungs aus der JSG West Ring. Ich stehe auf eine Mannschaft, die sich durch Regionalität auszeichnet. Deshalb konnte ich nicht ablehnen, als Lothar mich angesprochen hat. Der Club ist eine Herzensangelegenheit.

Nach deiner Trennung von Gruppenligist Gundhelm/Hutten im Oktober sagtest Du, dass es angenehm sei, sonntags ohne Druck Aufstehen zu können. In Johannesberg ist aufgrund der Tabellensituation jedoch viel Druck am Kessel.

Ich habe gemerkt, dass Fußball am Wochenende zum Alltag gehört. Entsprechend freue ich mich auf die anstehenden Aufgaben und habe Lust, mich dem Druck auszusetzen.

Die Lage ist brenzlig. Woran gilt es anzupacken?

Ich habe einige Spiele gesehen und festgestellt, dass es nicht unbedingt am gezeigten Fußball liegt. Eher stimmten die Ergebnisse nicht. Ein großer Punkt wird sein, die Jungs auf ein gutes Fitnesslevel zu bekommen. Andere Teams konnten ab der 70. Minute nachlegen. Daran müssen wir ab Januar arbeiten. Ausreichend Potential steckt in der Truppe, in der ich rund um die Führungsspieler eine Hierarchie aufbauen möchte. Wenn sich junge Spieler unterordnen, können sie ihre beste Leistung abrufen. Es muss jeder seine Rolle im Team kennen. Aber: Die Karten werden neu gemischt. Es ist ein Neuanfang. An der vor der Saison getroffenen Zielsetzung ändert sich nichts. Wir wollen einen gesicherten Mittelfeldplatz.

Nach einem Gruppenligisten trainierst Du bei deiner zweiten Station einen Verbandsligisten. Hast Du damit gerechnet?

Überhaupt nicht. Ich wollte eigentlich bis zum Sommer Pause machen. Vor fünf Monaten wurde ich zum zweiten Mal Vater, es sollte sich erst einspielen. Ich habe andere Anfragen deshalb abgelehnt. Doch dann kam Lothar um die Ecke. Ich wohne gefühlt nur zwei Meter vom Sportplatz entfernt, entsprechend bin ich flexibler als bei einem weiter entfernten Verein.

Wie stellt sich das Verhältnis zu deinem Co-Trainer Sejo Kolic dar?

Ich kenne ihn schon lange, weiß wie er tickt und welche Kompetenzen er besitzt. Zudem sagte der Verein, dass Sejo gut ins Konzept passt, da er schon lange Jahre die Junioren trainiert. Er ist mental für viele Spieler ein guter Kumpel und kennt sie bestens. Wir planen viel und wollen etwas aufbauen.

Bei Gundhelm/Hutten warst Du als Spielertrainer aktiv. Und nun?

Ich sehe mich als reiner Trainer. Als Spielertrainer ist es nicht leicht, alles im Blick zu haben. Ich will den Fokus auf unsere taktische Herangehensweise legen. Diese Ausbildung braucht die Mannschaft und deshalb möchte ich von außen coachen.

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