Cornhole statt Klausuren: Wenn die Sporthalle zum Treffpunkt wird

Die Hochschule Fulda steht für eine enorme Vielfalt im Studium und straffe Lernpläne – aber wer den Campus Cup 2026 besuchte, sah das andere Gesicht. Unter dem Motto „Go & Throw“ wurde die Sporthalle zum Treffpunkt für alle, die mal kurz den Kopf frei kriegen wollten. Wir von Torgranate waren dabei und haben uns unter die Studierenden und Mitarbeitenden gemischt.
In der Sporthalle der Hochschule Fulda herrschte eine Atmosphäre, die man sonst eher von einem entspannten Abend unter Freunden im Park kennt und durch das Team des Hochschulsports hervorragend organisiert wurde. Überall standen kleine Viererteams zusammen, mal wurde konzentriert gezielt, mal schallte ein lautes Lachen durch den Raum. Im Vordergrund stand bei diesem Event ganz klar das „Socialising“. Die gewählten Disziplinen waren bewusst so angelegt, dass wirklich jeder sofort mitmachen konnte, ohne vorher jahrelang trainiert zu haben. Hier ging es nicht um perfekte Athletik oder verbissenen Wettkampf, sondern um das unkomplizierte Kennenlernen bei ein bisschen Bewegung. Das Signal: Hier wird nicht nur gebüffelt, hier wird Gemeinschaft gelebt.
Ein Säckchen, ein Loch und ein knappes Duell
Besonders beim „Cornhole“ – eigentlich ein klassisches Freizeitspiel – ging es hoch her. Die Aufgabe klingt simpel: Ein kleines Säckchen auf einem schrägen Brett versenken. Doch die Praxis sieht anders aus. Ich habe mich selbst an den Wurfsäckchen probiert und musste feststellen: Die Flugkurve ist tückischer, als man denkt. In einem direkten Duell gegen Samuel Rill wurde es richtig eng. Rill ist Sportwissenschaftler und Koordinator beim Hochschulsport, was man seinen Würfen durchaus anmerkte. Am Ende hat er mich knapp geschlagen, aber der sportliche Ehrgeiz war sofort vergessen, sobald der nächste Lacher durch die Halle hallte. „Genau das ist das Ziel“, erklärt Rill nach dem Match. „Wir wollen mit dem Hochschulsport eine Brücke bauen. Es geht nicht um Rekorde, sondern darum, dass die Studierenden viel Spaß haben, wir möglichst viele ohne Erfahrung in den Disziplinen integrieren können und gemeinsam eine gute Zeit haben. Sport ist hier die gemeinsame Sprache, egal aus welchem Land man kommt oder was man studiert.“
Vom sportlichen Ausgleich und dem sozialen Miteinander lebt die Hochschule.
Studierende waren aus den unterschiedlichsten Nationen am Start, Amtssprache war englisch, aber auch Mitarbeitende nahmen teil – der Hochschulsport ist für alle Hochschulmitglieder. Dass die Hochschule Fulda ein internationaler Ort ist, wurde an diesem Nachmittag greifbar. An den Stationen bildeten sich bunte Teams, die sich gegenseitig anfeuerten. Lina aus dem Fachbereich Gesundheit brachte es auf den Punkt: „Es macht sehr viel Spaß, weil man im Team zusammen etwas Cooles erleben und ausprobieren kann. Ich habe erst mein erstes Semester in Fulda und bislang fühle ich mehr sehr wohl. Es ist eine tolle Gemeinschaft und das hier ist eine tolle Gelegenheit, außerhalb meines Studienbereichs noch mal ganz neue Leute kennenzulernen.“
Mehr als nur Bewegung: Ein Programm für alle
Wer denkt, Hochschulsport sei nur ein Mittel gegen den Vorlesungsfrust, irrt gewaltig. An der Hochschule Fulda ist er lebendiger Ausdruck eines vielfältigen Miteinanders – offen für Studierende wie Mitarbeitende gleichermaßen. Das Programm des Hochschulsports spiegelt genau diese Vielseitigkeit wider. Mit mehr als 100 Möglichkeiten pro Semester ist das Angebot so breit gefächert wie die Fachbereiche selbst. Das Team sorgt mit einem ständig wechselnden Programm dafür, dass immer wieder neue Impulse gesetzt werden.
Ob man sich beim Tanzen auspowert, in der Kletterhalle seine Grenzen testet oder beim Impro-Theater etwas völlig Neues ausprobiert – der Hochschulsport bietet für jeden Charakter das passende Ventil. Wer es weniger actionreich mag, findet bei Entspannungskursen wie Yoga oder autogenem Training den nötigen Ausgleich zum Uni-Stress. Der Campus Cup 2026 war somit nur ein kleiner, aber besonders geselliger Ausschnitt aus dem, was das Team des Hochschulsports Woche für Woche auf die Beine stellt.
Mehr als Hörsaal und Bib
Der Nachmittag hat deutlich gezeigt, dass die Hochschule Fulda weit mehr ist als nur Hörsaal und Bibliothek. Das Event ist ein wichtiger Gegenentwurf zum reinen „Büffel-Alltag“. Wer den Campus Cup diesmal verpasst hat, sollte bei der nächsten Auflage definitiv vorbeischauen – allein schon für das Gemeinschaftsgefühl (und meine persönliche Revanche beim Cornhole). Eines ist sicher: Dieser Tag in der Halle macht Lust auf mehr. Denn am Ende sind die Kontakte, die man zwischen den Spielen knüpft, oft genauso viel wert wie die Credits im Studium.